“Grüne” Hardware für den Desktoparbeitsplatz

Was macht einen “grünen Desktop” aus? die Frage bekommen wir oft zu hören. Daher soll es dazu mal ein paar konkrete Tipps geben, welche dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.


1.) Bildschirm: ganz klar, Monitore  mit LED-Technologie und/oder möglichst gutem TCO-Label bzw. EPEAT GOLD-Rating.

2.) Festplatten: hier sind klassische 2,5 Zoll-Platten derzeit das Mittel der Wahl, da sie zum einen günstig in der Anschaffung sind, große bis sehr große Kapazitäten bieten und den Solid State Disks (SSDs) hinsichtlich Zuverlässigkeit, sowie den klassischen 3,5 Zoll Festplatten hinsichtlich Stromverbrauch, Geräuschen und Abwärme überlegen sind. Langfristig werden sich aber Solid State Disks aufgrund Geschwindigkeit und noch geringerem Stromverbrauch durchsetzen und machen heute schon bei bestimmt Anwendungen Sinn.

3.) Prozessoren: wenn möglich natürlich eine Stromspar-CPU, wie z.B. der VIA C7, VIA Nano oder die Atom-CPU von Intel, ansonsten gilt einem dem Anwendungszweck angemessenen Prozessor auszuwählen. Außerdem können mit diversen Software-Tools bei vielen CPUs temporär CPU-Funktionen abgeschaltet (und somit Strom gespart werden), dies hat vor allem bei modernen Multicore CPUs Stromeinsparungen zur Folge, natürlich verbunden mit einem Rückgang der Rechenleistung.

4.) Hauptplatinen und Speicher: hier ist nicht viel an “Green” zu machen, auch hier gilt wieder, eben dem Einsatzweck möglichst optimal angepasste Hardware anzuschaffen. Die Sekretärin braucht keinen Highend-Rechner z.B. Nur soviel Speicher einbauen wie notwendig, kann ja bei Engpässen schnell aufgerüstet werden. Hauptplatinen mit vielen Slots und Einstellungsmöglichkeiten nur für entsprechenden Nutzer (Forschung, Hardwarenahe-Entwickler, Administratoren) anschaffen.

5.) Grafikkarte: wenn möglich auf eine Grafikkarte verzichten, moderne Hauptlatinen bringen praktisch alle eine Embedded-Grafik mit, die für Office-Anwendung/Internet und seltenes Spielen mehr als ausreichend ist, auch auf großen Bildschirmen (bis 24 Zoll).

6.) sonstige Hardware: auf effiziente Netzteile achten, sollte ebenfalls nicht überdimensioniert sein. Auf coole Case-Mods verzichten. Nur so viele Lüfter wie notwendig einbauen. Controller oder andere Erweiterungskarten die nicht mehr benötigt werden ausbauen. Generell nur soviel Hardware wie nötig in einen PC einbauen. Kabelführung ordentlich halten, wegen Kühlung. Im übrigen: dies alles trifft auf die meisten Office PCs von der Stange zu, da jedes überdimensionierte oder technisch unnötige Bauteil auch die Herstellungskosten in die Höhe treibt.

7.) Ein/Ausgabegeräte: erste Geräte mit recycelten Materialen bzw. aus Naturkunststoffen kommen langsam auf den Markt (siehe Beitrag vom 25.6.2010), am besten beim Händler nachfragen ob so etwas angeboten wird. Ansonsten vor allem auf diverse Labels achten Energy Star, EPEAT… bezüglich Strom sind Standard-Tastaturen und Standard-Mäuse äußerst genügsam, hier ist praktisch kein Optimierungspotential. Wenn möglich kabelgebundene Eingabegeräte verwenden, da so auf Akkus verzichtet werden kann.

8.) Thin Clients nutzen: Sofern in einer Firma mehr wie 30-40 Desktoparbeitsplätze sind, sollte ernsthaft über Thin-Clients nachgedacht werden. Auch kann es sinnvoll sein bei häufigen Reisen, nur an einem Notebook, bzw. mit einem Notebook an einer Dockingstation zu arbeiten. Bezüglich Notebooks gelten obige Punkte in ähnlicher Form, wichtig hier vor allem LED-Bildschirm und EPEAT GOLD-Rating, evtl. SSDs.

9.) Sonstiges:  ein grüner Desktop-Arbeitsplatz sollte natürlich immer in einem ganzheitlich “grün” eingerichteten Büro stehen, wozu unter anderem auch Dinge wie Ökostrom, sowie umweltfreundliche Büromaterialien und Büroausstattung gehört. Auch bewusstes, möglichst ökologisches Recycling und eine sinnvolle Lebenszyklus-Planung der IT gehören hier dazu.

Bei weiteren Fragen beraten wir Sie bei Sylphen gerne ausführlich,
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